Liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Eigentümerinnen und Eigentümer,
liebe Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner,
es ist noch nicht lange her, da haben wir im Jahr 2021 unser 120-jähriges Jubiläum gefeiert. Damals befanden wir uns mitten in der Corona-Pandemie, die unsere Lebenswelt maximal belastete und auch die Wirtschaft und somit unsere Bank vor große Herausforderungen stellte.
Aber auch die Zeit danach blieb und bleibt aus gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Perspektive mehr als angespannt. Die Geopolitik ist geprägt von Konflikten und Kriegen, wieder aufkommendem Protektionismus und dem Rückbau von Globalisierung. Das alles belastet die Wirtschaftstätigkeit, den weltweiten Handel und damit letztlich auch unsere Wirtschaftsregion in Südwestfalen.
Diese Gemengelage ist gepaart mit besonderen Problemen und Herausforderungen in Deutschland, die leider ebenfalls nicht besonders stimulierend auf Wachstum und Wohlstand wirken. Im Einzelnen zu nennen ist die überbordende Bürokratie und die Regulatorik. Der Staats- und Behördenapparat wird EU-weit immer größer und die Auflagen immer formaler und komplexer.
Daneben gibt es Defizite im Bereich der Digitalisierung, der Infrastruktur (Deutsche Bahn, Straßen und Brücken), im Gesundheitssystem und bei der Landesverteidigung. Defizite bei Ausbildung und akademischer Bildung führen allgemein zu einem spürbaren Fachkräftemangel. Zahlreiche freie Stellen in der Wirtschaft sind und bleiben deshalb dauerhaft unbesetzt. Zudem drückt die hohe Steuerlast in Deutschland. Es fehlen derzeit – nicht überraschend – Unternehmensgründer und vor allem neue Innovationen, von denen neue Wachstumsimpulse ausgehen würden.
Besonders problematisch für eine führende Industrienation, wie Deutschland, ist aber der im weltweiten Vergleich hohe Strompreis. Die Deindustrialisierung ist deshalb messbar in vollem Gange, Unternehmen verlagern Investitionen vermehrt ins Ausland und auch das Insolvenzgeschehen bereitet Sorgen. Europa und Deutschland müssen sehen, dass sie den wirtschaftlichen Anschluss nicht verpassen, ansonsten werden weitere nachhaltige Wohlstandsverluste die Folge sein.
Bei diesen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wollen und müssen wir weiter am Markt aktiv und erfolgreich sein. Dazu setzen wir selbstverständlich auf alle Möglichkeiten im Bereich der Digitalisierung. Wesentlich für uns ist aber nach wie vor der direkte Kontakt zu Ihnen. Durch unsere Filialen und unsere Mitarbeiter vor Ort können und wollen wir kompetent und persönlich für Sie da sein. Wir freuen uns deshalb – bei allen Herausforderungen dieser Zeit – auf die weitere Zusammenarbeit!
Deshalb bleiben Sie uns auch weiterhin gewogen und vor allen Dingen, bleiben Sie gesund!
Stephan Böhse und Stephan Baldschun
Vorstand der Volksbank Kierspe eG